Die Geschichte des verliebten Valliin

Valliin war ein gewöhnlicher Kurier, der zwischen den Ebenen unterwegs war. Er kannte die Routen gut und kam stets pünktlich an.

Eines Tages beschloss Valliin, die Frau seines Herzens zu überraschen, und versuchte, ein Fragment von Sintrium zu beschaffen — einem seltenen Metall mit einem weichen, himmlischen Leuchten, das man manchmal in alten mechanischen Knoten der Architekten findet. Sintrium reagiert auf die Wärme von Händen und beginnt zu leuchten.

Das Fragment befand sich in einem alten Mechanismus, in einer gefährlichen Zone, zu der nur erfahrene Mechaniker Zugang hatten. Um rechtzeitig anzukommen und keine Aufmerksamkeit zu erregen, wählte Valliin einen unerforschten Weg.

Der Durchgang war technischer Natur und führte durch eine Kabeltrasse. Innerhalb der Konstruktion wurde das Licht unregelmäßig, mit Lücken, in denen Gegenstände für einen Augenblick aus dem Blickfeld verschwanden. Dort war der Mechanismus. Und dort war das Fragment — glatt, facettiert.

Die Luft vibrierte wie vor einer starken Entladung, und das Metall um ihn herum geriet in eine tiefe, gleichmäßige Schwingung. Valliin befand sich in einem Bereich instabiler Energie. Ein Aufblitzen erhellte den Durchgang, ein dumpfer Knall folgte — und Valliin verschwand.

Als das Gebiet später untersucht wurde, fand man nur Valliin’s Kuriermarke und einen Zettel mit einem Liebesgeständnis — gerichtet an jene, für die er diesen Weg gegangen war.

Seitdem wird dieser Tag als der Tag des verliebten Valliin bezeichnet.
An diesem Tag schenken Liebende einander Marken mit den Namen ihrer Geliebten und kleine Zettel mit Herzen, die in einem sanften blauen Licht leuchten, und den Worten: „Ich habe den Weg zu dir gewählt, auch wenn er auf keiner Karte verzeichnet ist.“

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